Rürup Rente

Bert Rürup, vor allem bekannt geworden mit der Einführung der Rürup-Rente, ist ein Ökonom der alten Schule. Doch wie genau sah sein Leben vor der politischen Steilkarriere aus? In Hamburg und Köln studierte Rürup Wirtschaftswissenschaften und konnte dieses Studium im Jahre 1969 mit dem Grad eines Diplom-Kaufmannes abschließen. Als Assistent für Finanzwissenschaft wurde er in den Jahren 1969 bis 1974 beschäftigt – bei der Universität zu Köln. Aufgrund seiner guten Leistungen, promovierte er bereits 1971 zum Dr. rer. Pol.

Auch in den folgenden Jahren blieb er diesem Berufszweig treu und übernahm Professuren an unterschiedlichen Universitäten zum Thema der Finanzwissenschaften. Im Jahre 2000 begann dann seine Karriere in der Politik, als er dem „Rat der Wirtschaftsweisen“ beitrat, deren Vorsitz er bereits 2002 übernahm.

Doch den endgültigen Durchbruch und seine heutige Berühmtheit erlangte er erst im Jahre 2005, als die nach ihm benannte Rürup-Rente eingeführt wurde. Die Einführung dieser Rente wurde schon lange vorbereitet in der „Kommission für die Nachhaltigkeit in der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme“, die heute kurz Rürup-Kommission genannt wird. Das Ziel dieser Arbeitsgruppe war und ist es, Mittel und Wege zu finden, die die Beiträge in der gesetzlichen Rentenversicherung trotz steigender Zahlen von Rentnern mit einer immer höheren Lebenserwartung stabil halten sollten. Augrund der Arbeiten dieser Kommission wird es sicher auch in Zukunft zu weiteren Rentenkürzungen und -reformen kommen. Man darf also gespannt sein, was dieser Mann noch alles bewegen wird.

Allerdings steht seine Tätigkeit als Referent für den Finanzdienstleister MLP in Konkurrenz zu Rürups Mitgliedschaft im „Rat der Wirtschaftsweisen“. Denn Ziel dieser Vereinigung sollte eine unabhängige und unvoreingenommene Beratung der wirtschafspolitischen Instanzen und der Öffentlichkeit in Deutschland sein. Weiterhin ist Rürup Vorstand der MEA Mannheim, die auch durch die Volkswagen- und Thyssenstiftung sowie den Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft finanziert wird. Kritiker sehen auch hierin eine Unvereinbarkeit dieses Amtes mit der Mitgliedschaft Rürups im „Rat der Weisen“. Deshalb werden wohl auch immer mehr Stimmen laut, die den Austritt Rürups aus dieser Vereinigung fordern oder doch zumindest die Aufgabe seine hierzu in Konflikt stehenden Tätigkeiten.